Die letzte Station – das Spreewaldfest

Der letzte Termin auf unserer Tour ist das Spreewaldfest in Lübben. Hier hatten wir einen schönen Stand mitten auf der Schloßinsel. Trotz eines verregneten Vormittages sind wir glücklicherweise größtenteils trocken geblieben auf dem Fest. Mit einer Seifenblasenaktion, Flyern und einigen Give-aways haben wir wieder versucht, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und über Flucht und Asyl aufzuklären.

Die Seifenblasenaktion lief wie gewohnt hervorragend. Viele Kinder vergnügten sich prächtig, und das ist auch ein positiver Impuls bei diesem Termin. Auch die Eltern verweilten so an unserem Stand und erfreuten sich an dem Lachen ihrer Kinder.

In den Gesprächen stießen wir allerdings größtenteils auf verhärtete Fronten: Die Meinungen zeigten sich als sehr gefestigt, es wurden dubiose Quellen genannt und eine wirklicher Austausch zu dem Thema gestaltete sich so schwierig. Viele der Besucher liefen nur kopfschüttelnd an unserem Stand vorbei, murmelten ihre Meinung vor sich hin oder lachten zynisch. Die Blicke, die uns zugeworfen wurden, sprachen Bände. Leider waren auch einige rechte Gruppierungen unter den Besuchern, die ihre Gesinnung als Tattoo oder auf T-Shirts gedruckt offen zur Schau stellten und uns zum Teil beim Vorbeigehen auch laut anpöbelten.

Glücklicherweise gab es auch Lichtblicke und positive Impulse an diesem Tag. So zum Beispiel der Bürgermeister von Lübben, Herr Lars Kolan, der sich außerordentlich über unsere Anwesenheit gefreut hat und mit dem wir ein sehr nettes Gespräch hatten. Im selben Atemzug hat er uns herzlich eingeladen, wiederzukommen.

Auch einige Ehrenamtliche, die quasi allein versuchen, auf Missstände in Asylbewerberheimen aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Anwohner des Dorfes für Zuwanderung zu sensibilisieren. Auch haben wir in den Gesprächen doch noch einige Leute mit gespaltener Meinung zum Nachdenken anregen können.

Besonders beeindruckend war eine ältere Dame, die ganz klar darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Menschen unserer Zeit gerade auf bestem Wege sind „den gleichen Fehler nochmal zu machen“ (bezogen auf die Machtergreifung der NSDAP und der anschließende zweite Weltkrieg). Sie erzählte, dass sie ihren Mann damals verloren hat, und nun Angst um ihre Enkel haben muss.

Trotz einiger erschreckender Erfahrungen die wir gesammelt haben, gab es doch vereinzelt positive Aspekte die wir vom heutigen Tage mitnehmen konnten. So gespalten wie die Gesellschaft auf das Thema Asyl und Flucht reagiert, so gespalten näherten wir uns dem Ende unserer Tour. Einerseits schockiert über die Unmenschlichkeit und das Desinteresse, mit dem einige Menschen dem Thema Flucht und Asyl gegenüberstehen; andererseits unglaublich glücklich über die vielen Initiativen und Ehrenamtlichen, die ihr Bestes geben, um Menschen in Not zu unterstützen und dankbar über die vielen tollen Begegnungen, die wir mit Geflüchteten hatten. So überwiegen die positiven Eindrücke und Erfahrungen und sind um einiges stärker als die Negativen.