B-Team-Tour 2017: 15 Tage | 37 Stationen | 650 Schüler/innen besuchen Workshops | 950 Menschen beteiligen sich an Foto-Aktion „Gegen Hate-Speech & Fake-News“

Über die Gefahren von Hate-Speech und Fake-News aufzuklären, darum ging es bei der B-Team-Tour 2017. Acht junge Menschen waren als B-Team vom 9. bis 23. September 2017 im Land Brandenburg unterwegs. Alle Landkreise und kreisfreien Städte wurden in insgesamt 37 Einzelstationen besucht.

Mit einem Workshop zu Hate-Speech & Fake-News für Schüler/innen der SEK I und II wurde in Schulen und Jugendeinrichtungen für das Thema sensibilisiert. Rund 650 Schüler/innen wurden mit den Workshops erreicht.

„Hass ist keine Meinung“ diese Botschaft wurde mit einem 5 Meter hohen Aktions-Würfel weithin sichtbar auf den Marktplätzen verbreitet. Zu den Ständen kamen neben Landräten, Oberbürgermeistern, Bürgermeistern, Bundestags- und Landtagsabgeordneten, auch viele Jugendliche und interessierte Bürger/innen, sowie Vertreter von pro agro, AOK Nordost, Humanistischer Verband und regionalen Initiativen und Vereinen.

Bei der Foto-Aktion gegen Hate-Speech & Fake-News beteiligten sich rund 950 Menschen. Darunter Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, Landtagspräsidentin Britta Stark, SPD-Fraktionsvorsitzender Mike Bischoff, der Fraktionsvorsitzende von DIE LINKE, Ralf Christoffers, der Fraktionsvorsitzende der CDU, Ingo Senftleben, de Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel, sowie die Minister Günter Baaske, Dr. Martina Münch, Christian Görke und Jörg Vogelsänger, die Landräte Ralf Reinhardt, Wolfgang Blasig, Kornelia Wehlan, Bodo Ihrke und Harald Altekrüger und die Oberbürgermeister Jann Jakobs (Potsdam), Martin Wilke (Frankfurt Oder), Holger Kelch (Cottbus). Auch die Handball-Mannschaft 1.VfL Potsdam und Spieler des SV Babelsberg 03 beteiligten sich an der Aktion.

„Das Internet ist für unser soziales Miteinander, für Arbeit, für Forschung oder auch für politisches Engagement viel zu wichtig, als dass es der Hassrede und Desinformation zum Opfer fallen darf. Junge Menschen müssen frühzeitig lernen, die Dynamiken und Auswirkungen dieser digitalen Manipulation zu erkennen, um sich davon nicht in die Irre leiten oder gar einschüchtern zu lassen.“ sagte Britta Stark, Landtagspräsidentin Brandenburg.

Auf dieser Seite haben wir einige Bilder erstellt, die ihr unter Hate-Speech und Fake-News posten könnt.

Ebenfalls eine große Auswahl bietet das No-Hate-Speech-Movement auf
https://no-hate-speech.de/de/kontern/

 

Was ist Hate-Speech?
Mit Hate-Speech (oder auf Deutsch: Hass-Reden) sind Äußerungen, Bilder, Videos, Musik- und Tonaufnahmen, Kommentare und Postings gemeint, die extrem hasserfüllt sind. Diese Hass-Inhalte richten sich gegen einzelne Personen oder Personengruppen. Nicht selten wird auch zu Gewalt aufgerufen oder die Gewalt wird indirekt befürwortet oder verharmlost.

Hate-Speech will gezielt andere Menschen oder Gruppen
– abwerten, ausgrenzen und niedermachen
– zu Zielen von Hass und Gewalt machen

Hate-Speech richtet sich häufig gegen:
– Ausländer, Flüchtlinge und Migranten
– politisch Andersdenkende
– ethnische Minderheiten und religiöse Gruppen
– Menschen mit Behinderungen
– Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen.

 

Ist das wirklich ein Problem?
JA, denn Hate-Speech:
– erzeugt Hass und Gewalt
– vergiftet die Redekultur
– verhindert normale Diskussionen

94 Prozent der 14 bis 24-jährigen haben schon Hate-Speech im Internet gesehen. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage (Mai 2017) für die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM).

 

Was kann man dagegen tun?
Es gibt einiges was man tun kann. Was genau hängt, immer vom Fall ab und jede/r muss für sich entscheiden, was er tun kann.

 

Hass melden!
Alle Social-Media-Plattformen, wie Facebook, Instagram, Snapchat, Youtube und Twitter, haben Melde-Funktionen.
Hier kannst Du mit wenigen Klicks solche Inhalte melden. Hate-Speech ist in den Community-Richtlinien der Netzwerke meist verboten. Die Netzwerke reagieren aber sehr unterschiedlich darauf.

Auch bei Jugendschutz.net, die sich um Jugendschutz im Internet kümmern, kann man Hate-Speech melden:
www.jugendschutz.net/hotline

Melden kann man auch bei der Beschwerdestelle der FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) unter diesem Link: www.fsm.de/de/beschwerdestelle/inhalte-melden

 

Counterspeech / Gegenrede
Auf Hate-Speech kann man auch mit eigenen Kommentaren reagieren. So kann man dem „Hater“ und allen anderen die das lesen zeigen, dass man dagegen und es nicht die Meinungen von allen ist.

Statt Kommentaren kann man auch Bilder posten, die eine klare Botschaft gegen Hate-Speech senden. Eine Auswahl findet ihr unter: www.b-team-tour.de

 

Hate-Speech Anzeigen
Hate-Speech ist häufig auch strafbar und erfüllt zum Beispiel den Tatbestand der Volksverhetzung, der Beleidigung oder Bedrohung. Es kommt auch vor, dass direkt zum Mord aufgerufen wird. Darum muss sich die Polizei kümmern.

Anzeigen kann man auch online stellen bei der Polizei Brandenburg unter diesem Link:
www.polizei.brandenburg.de/onlineservice/strafanzeige_allgemein

Die Polizei ist zur Ermittlung verpflichtet. Wenn die Anzeige euch nicht persönlich direkt betrifft, erhaltet ihr meist keine weiteren Nachrichten der Polizei. Ihr könnt aber nachfragen.

 

Wo gibt es mehr Infos?
Infos zu Extremismus im Internet
www.hass-im-netz.info

Belltower News – Infos zur
Rechtsextremismus im Netz
www.belltower.news

No Hate Speech Movement Deutschland – Infos zum Thema Hate-Speech
www.no-hate-speech.de

#Ichbinhier – Facebook-Gruppe für gemeinsame Aktionen gegen Hate-Speech
www.facebook.com/groups/718574178311688

Informationen, Beratungsangebote und Ansprechpartner im Land Brandenburg
www.tolerantes.brandenburg.de

 

Was sind Fake-News?
Fake-News (auch Hoax) sind Falschmeldungen, also komplett erfundene oder verfälschte Nachrichten und Fakten. Mit krassen Schlagzeilen, gefälschten Bildern und Videos, aus dem Zusammenhang gerissene Zitaten werden Lügen verbreitet. Damit möglichst viele Menschen darauf hereinfallen, wird versucht Fake-News wie richtige Nachrichten aussehen zu lassen.
Da sich immer mehr Menschen im Internet informieren, lassen sich mit Fake-News leicht Meinungen und Einstellungen beeinflussen und manipulieren. Das Ziel ist es, dass diese falschen Nachrichten und Fakten massenhaft verbreitet werden. Kriminelle wollen mit Fake-News Geld verdienen oder Computer-Viren verbreiten, um an persönliche Daten von Nutzern zu kommen. Extremisten wollen damit Stimmung machen und die Meinungen der Menschen beeinflussen.

Fake-News werden gezielt in Umlauf gebracht um:
– zu täuschen und Meinungen zu manipulieren
– Angst und Unsicherheit zu erzeugen
– Hass und Vorurteile zu verbreiten die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

 

Woran erkennt man Fake-News?

Fake-News sind nicht leicht zu erkennen. Für Nutzer ist es schwer, seriöse und unseriöse Seiten auseinanderzuhalten.

Diese fünf Tipps helfen, sie zu erkennen:

1. Was steht eigentlich drin?
Werden reißerische Behauptungen aufgestellt? Wird nur eine Meinung vertreten? Richtet sich der Text gegen eine bestimmte Person oder Gruppe? Wenn du eine der Fragen mit Ja beantworten kannst, ist Vorsicht geboten.

2. Mach den Gegen-Check!
Google die Behauptung aus der News und schau, welche seriösen Medien, wie Spiegel, Zeit oder Tagesschau darüber berichten. Wenn es niemand anderes tut, ist es sehr wahrscheinlich, dass es nicht seriös ist.

3. Lassen sich die behaupteten Informationen überprüfen?
Oft werden Zitate und Statistiken verwendet, für die es keine Quellen gibt. Google die Zitate und Zahlen, meist sind sie verkürzt dargestellt oder frei erfunden.

4. Wer verbreitet die News?
Schau Dir die Adresse (zum Beispiel
www.diewahrheitueberalles.org) an. Google die Adresse. Wenn es ein Verbreiter von Fake-News ist, gibt es meist Hinweise in den Suchergebnissen.

5. Hat die Webseite ein Impressum?
Alle Webseiten brauchen ein Impressum, in dem der Name des Betreibers genannt ist. Seiten ohne Impressum sind nicht glaubwürdig.

 

Was tun gegen Fake-News?
Wachsam sein und nicht alles glauben. Vor allem Fake-News nicht einfach teilen, denn das wollen die Macher ja. Kennzeichne die Falschnachrichten, damit andere nicht darauf reinfallen. Das kann zum Beispiel durch einen Kommentar oder ein Bild-Posting geschehen. Eine Auswahl an Bildern findet ihr unter: www.b-team-tour.de

Auch große Medienunternehmen wie die ARD und auch das soziale Netzwerk Facebook befassen sich inzwischen mit dem Aufspüren von Fake-News. Die ARD hat einen Faktenfinder eingerichtet, um gegen Fake-News vorzugehen und diese richtig zu stellen. Mehr unter: www.faktenfinder.tagesschau.de

Auf der Seite Hoaxmap werden Falschmeldungen gesammelt: www.hoaxmap.org

Mimikama recherchiert Fake-News und stellt sie richtig: www.mimikama.at

 

Autor Avatarb-teamVeröffentlicht am Kategorien 2017