Das B-Team im Kulturzentrum Gleis 3 in Lübbenau

Den Vormittag in Lübbenau haben wir im Kulturzentrum Gleis 3 verbracht. Das Bündnis ,,Buntes Lübbenau“ hat ihre Anstrengungen der letzten 20 Jahre für uns in einer Slideshow zusammengefasst. Elisabeth Jente, die sich in mehreren Funktionen schon seit unzähligen Jahren in Lübbenau engagiert, erzählte uns von den zahlreichen Projekten, die in den letzten 20 Jahren zivilgesellschaftlichem Engagement entstanden sind.

 

Ob beim demonstrativen Döneressen im Protest gegen NPD-Demos, Ausstellungen, Toleranzfeste oder ausgefallene Aktionen zur Erstwählermobilisierung: Die lübbenauer Zivilgesellschaft hat stets einen kreativen Weg gefunden, sich gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu wehren.

Besonders positive Resonanz erzielten die Gedenkstättenfahrten, die gemeinsam mit der RAA Brandenburg und bereits in der 5. und 6. Klasse an den örtlichen Schulen organisiert wurden. In Verbindung mit Zeitzeugengesprächen und einer innerschulischen Vor- und Nachbereitung und altersklassengerechten Führungen in den Gedenkstätten wurden den Kindern nachhaltig demokratische Werte vermittelt. Deshalb erhielt für dieses neuartige Konzept sogar den Demokratiepreis; das Projekt hat deshalb auch bis heute Bestand.

Trotzdem gab es auch Kritik. Das Gefühl, dass sich politische Akteure immer weiter aus dem ländlichen Raum zurückziehen, ist hier allgegenwärtig. Fördermittel und Gelder sind knapp, die Stadt investiere zu wenig, so Edeltraud Lessing, ehemalige Lehrerin und Verantwortliche für Toleranzprojekte an den örtlichen Schulen. Teilweise fehlen die Gelder für Baumaterialien und Projekte völlig. Es sollte viel mehr getan werden, auch um die Akteuere vor Ort zu stärken. Diese können die Bürgerinnen und Bürger vor Ort eh besser erreichen als ,,die da oben“.

Trotz allen Erschwernissen überwiegen die positiven Erfahrungen trotzdem.
Anschließend an die lebendige Gesprächsrunde führte uns Frau Jente und eine Lehrerin zum Paul-Fahlisch-Gymnasium. Auf diesen Besuch habe ich mich persönlich besonders gefreut, denn gerade einmal vor sechs Wochen dürfte ich gemeinsam mit der Regionalkoordinatorin der RAA Brandenburg, Viola Kleinert, der Schule den Titel ,,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ überreichen. Als Paten hat die Schule die Bundestagsabgeordnete Jana Schimke und den Bürgermeister Herrn Wenzel gewonnen.
Bereits seit 2013 hat sich eine Projektgruppe Stolpersteine etabliert, die sich auch außerhalb der Schule mit der historischen Aufarbeitung und der Instandhaltung der Stolpersteine kümmert. Holocaustgedenkstunden, Lesungen von Zeitzeugen, Spendenläufe für Entwicklungsländer und Geflüchtete und viele weitere Aktionen werden jährlich durchgeführt.
Im Anschluss ging es direkt weiter nach Forst, um auch dort wieder mit couragierten Akteuren der Zivilgesellschaft und Vertreter*innen der Stadt zu treffen.

Autor TimTimVeröffentlicht am Kategorien 2018,B-Team