Das B-Team in Templin – Erzählungen von rechtsextremen Angriffen.

Am Nachmittag des 6. Tourtages fuhren wir in die Uckermark nach Templin. Dort wurden wir von Peter Huth durch das hübsche Touristenörtchen geführt, doch hinter der schönen Fassade versteckten sich rechtsextreme Angriffe auf die Bevölkerung.
Zunächst besuchten wir den jüdischen Friedhof und bereits am Eingang auf der Informationstafel waren “Refugees not welcome“- und NPD-Sticker geklebt worden.

Jedoch wurde es noch pietätloser als wir einen Aufkleber auf einem der Grabsteine fanden. (Diese wurden von uns sofort beseitigt oder unkenntlich gemacht.)
Hier erzählte uns Herr Huth von einem Mord, der 2008 verübt wurde. Es wurde ein arbeitsloser Familienvater, der auch Alkoholiker war, von zwei Nazis durch die Stadt gejagt. Eigentlich kannte das Opfer einen der zwei Täter. Sie waren sogar auf dem Weg nach Hause, jedoch eskalierte die Situation als der zweite Täter dazu stieß. In der Werkstatt des zweiten Täters wurde das Opfer dann schließlich brutal ermordet. Später gab es noch Versuche die Leiche des Mannes in Brand zu setzen.
Auf Grund von schlechter Informations- und Kommunikationsstruktur leugnete der Bürgermeister Ulrich Schoeneich die rechte Szene in Templin. Seit Mitte 2007 gab es jedoch rechts motivierte Überfälle auf junge Linke, Punker und dunkelhäutige Menschen.

Auch als eine Flüchtlingsunterkunft in Templin eingerichtet wurde, kam es davor immer wieder zu Streitereien und Schlägereien. Das dadurch auch völlig Unschuldige zu Schaden kamen zeigte der nächste Fall.
Als Mädchen aus dem Dorf mit den geflüchteten Jungen anbandelten, gefiel dies drei Vätern nicht und sie machten sich auf den Weg zur Unterkunft. Dort war alles schon geschlossen und sie trafen auf eine ältere Dame die dort Töpferkurse anbot. Als diese den Männern mitteilte, dass sie morgen wieder kommen müssten, ließen diese ihre Wut an ihr aus. Der durch den Krebs geschwächten Frau wurde die Perücke vom Kopf gerissen und das Handy beschädigt. Um die schöne Fassade zu schützen und aus Personalmangel bei der Polizei und beim Verfassungsschutz werden die Taten kaum oder gar nicht richtig verfolgt.

Uns wurde heute gezeigt, was passiert, wenn man wegschaut, ignoriert oder leugnet und wie wichtig es ist, sich für Toleranz zu engagieren.