„Ein bisschen Küstenflair inmitten von Brandenburg“

Auch an unserem 11 Tag der „Toleranzodyssee“ durch Brandenburg hatten wir zum wiederholten Male das Vergnügen wunderbare Menschen zu treffen. Diesmal fand unser Termin in einer Unterkunft für minderjährige unbegleitete Geflüchtete statt, dem Ankerhaus. Dabei handelt es sich um ein Eckhaus im beschaulichen Örtchen Caputh.

Aufgrund der außerordentlichen Hitze wurde das Treffen vom Sportplatz vor der Unterkunft in den schattigen Innenhof verlegt. Begrüßt wurden wir zuerst durch den gewaltigen Kletterturm der Brandenburgischen Sportjugend und anschließend vom „Kapitän“ Herrn Hansen höchst selbst. Er ist der Leiter der Unterkunft und stellte uns, nach einem raschen „Moin, Moin“ den anderen Beteiligten vor. Neben den Anwohnern des Ankerhauses war auch der Ortsvorstand von Caputh dabei.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde in zwangloser Atmosphäre, ein paar Erfrischungen und Melonenscheiben, ging es sofort ans Hauptevent, das Klettern. Nach zaghaften ersten Kontakten mit dem ungewöhnlichen Sportgerät Kletterwand waren auch die letzten Berührungsängste verschwunden und es wurde munter drauf los gekraxelt.

Auch das B-Team hatte Gelegenheit seine Künste an der Wand unter beweis zu stellen. Zudem fand auch unsere Graffiti-Aktion großen Anklang, da nicht nur unser Banner bemalt wurde, sondern auch die Tore der Einfahrt mit diversen Namen, Zeichen und Bildern in allen Farben und unterschiedlichen Sprachen aufgehübscht wurden.

Deshalb hing nach kurzer Zeit eine fröhliche Stimmung über dem Hof und immer mehr Anwohner kamen dazu, um dem Treiben zu folgen, da wir auch mittels unseres B-Team-Buses für die nötige musikalische Untermalung sorgten. So kam es auch, dass wir Tarek und seinen Vormund, Friedrich den neuen Praktikanten sowie einigen anderen Bewohner kennen lernten, außerdem war die hauseigene „Bestie“ Jones auch vor Ort. Dabei handelt es sich um den Hund des Sozialarbeiters Olli, der sich bei fast allen größter Beliebtheit erfreute. Jones gehört zu der Art Haustier, die mit Leichtigkeit über die Tischkante schauen kann und so quasi immer mit am Tisch sitzt. Eben so groß wie er ist, so lieb und freundlich ist er auch. Ein Hund zum gernhaben, welchem es genügt, dass jemand mit ihm spielt und nicht wer mit ihm spielt. Ein tierisch gutes Vorbild für uns Menschen, die das an manchen Stellen vergessen haben.

Zwei der Jungs, die in dem Haus wohnten, führten uns im Anschluss durch das geräumige Haus und zeigten uns den Essensraum, das Gemeinschaftszimmer und die Küche. Nach einem kurzen Tischtennisturnier und einem Einblick in den Keller war unsere Tour auch schon beendet. Wir halfen gemeinsam sowohl der Sportjugend ihren Anhänger auf die Straße zu schieben, als auch den Gastgebern beim Zusammenräumen, bevor wir zum Blütencamp Riegelspitze zurückkehrten.