Ein unvergesslicher Abend mit neuen und alten Freunden im Kräuterhexenverein

Afghanische Musik kommt aus den Boxen. Die Sonne scheint, der Geruch von Gegrilltem und Stockbrot liegt in der Luft. Es wird getanzt, gelacht und Fußball gespielt; die Stimmung ist unglaublich. Einheimische und Ehrenamtliche aus Eisenhüttenstadt, Geflüchtete und unser B-Team genießen die herrliche Atmosphäre; an diesem denkwürdigen Abend stimmte einfach alles. Wir befinden uns im Kräuterhexenverein, zum gemeinsamen Tanzen und Essen.

Hier treffen wir auch einen alten Bekannten wieder, von der Schnitzeljagd im Rahmen des Verbindungshauses „fforst“ am gestrigen Tage. Es ist Ahmed aus Afghanistan. Ich habe mich stundenlang mit Ahmed unterhalten, der heute noch im Verlauf des Abends zum ersten Mal in seinem Leben tanzen sollte, darauf komme ich aber später noch einmal zurück.

Neben den vielen Eindrücken die wir gesammelt haben wurden wir zum ersten Mal bezüglich unserer B-Team-Tour interviewt, von Christian Seifert von der Initiative „Hütte stellt sich Quer“, die unter anderem Sachspenden wie Fahrräder und Klamotten an Geflüchtete verteilt. Es ging vor allem um die Arbeit die wir machen, im Besonderen um unsere Intentionen, Ziele und erste Eindrücke die wir auf unserer Tour sammeln konnten.

Ebenfalls anwesend war der 2. Beigeordnete des Landrates und Dezernat für Grundsicherung, Soziales und Integration Rolf Lindemann. Gegenstand eines Gesprächs mit ihm waren verschiedene Projekte mit Geflüchteten in seinem Landkreis Oder-Spree und die Integration in die Kommune.

Nun möchte ich nochmal auf Ahmed zurückkommen. Ahmed, der aus Afghanistan kommt, spricht über sieben Sprachen und möchte nun seinen Master absolvieren. Einen Bachelor-Abschluss besitzt er bereits. Seine offene Art und Herzlichkeit zeichnen ihn vor allem aus. Der Grund warum Ahmed heute zum ersten Mal tanzte ist bedrückend. In Afghanistan ist Tanzen in der Öffentlichkeit verpönt; Anfeindungen, Ausschluss von der Gemeinde bis hin zu tödlicher Gewalt sind nicht unüblich. Ahmad genießt die Freiheit in Deutschland, mit funkelnden Augen erzählt er von dem Moment als er zum ersten Mal in Deutschland „Freiheit einatmen“ konnte. Zum Schluss hat er uns seine Dankbarkeit ausgesprochen für die Arbeit die wir leisten. In Momenten wie diesen bin ich besonders Stolz auf unser Team. Für genau solche Momente machen wir diese Tour. Ich bin sogar sehr stolz.