Fußball verbindet

Auch beim „Turnier der Toleranz“ in Senftenberg war es uns erneut möglich ein Füllhorn an neuen Eindrücken zu sammeln. Austragungsort war das Gelände des Vereines SV Sedlitz e.V. Blau Weiß 90, welcher ein Spielfeld mit einladendem Vereinshaus im gleichnamigen Ortsteil Sedlitz in Senftenberg für alle Interessierten öffnete. Organisiert wurde das Turnier von der Stadt Senftenberg und dem sehr engagierten Ehrenamtlichen Herr Heinz Maintok, welcher den Sedlitzer Fußballverein vertrat und der Willkommensinitiative „Refugees Welcome Senftenberg“, die sich im Zuge der Verteilung der Geflüchteten im letzten Jahr gegründet hatten. Ebenso war der Verein „Unsere Welt, eine Welt e.V.“ mit der Verköstigung der Gäste beauftragt. All diese Institutionen haben es sich zur Aufgabe gemacht alle Senftenberger und Senftenbergerinnen zusammenzuführen.

Es waren neben dem Senftenberger Bürgermeister Andreas Fredrich und der Integrationsbeauftragten des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Frau Kathrin Tupaj auch die Anwohner aus dem Umkreis eingeladen das Potpourri dieser Vielfältigkeit zu besuchen und insbesondere bei dem Wettstreit der Fußballmannschaften mitzufiebern. Insgesamt gab es sechs internationale Mannschaften bestehend aus Geflüchteten der Umgebung. Da für das leibliche Wohl gesorgt wurde und glücklicherweise das Wetter auch mitspielte, war die Stimmung sehr ausgelassen und ausgesprochen familiär – man kannte sich.

Eine Initiative der besonderen Art ist der Verein „Unsere Welt, eine Welt e.V.“. Er war es, der das äußerst aufwendige Kuchenbuffet in Senftenberg beim „Turnier der Toleranz“ betreute und vorbereitete. Es ist ein beim ersten Aufeinandertreffen recht unscheinbarer Verein, da es keinerlei Hinweise auf dem Turnier für seine Anwesenheit gab. Man muss schon tiefer graben, um mit ihnen ins Gespräch kommen und mehr zu erfahren.

Das Grundbild des Vereines bot sich uns in Form einer eingespielten Clique von sechs Damen des fortgeschrittenen Semesters, die einem beim Besuche ihres Standes am liebsten in vollem Eifer gleich von allem etwas mitgegeben hätten. Bei einer genaueren Frage bezüglich der Rezepte für unser B-Team-Kochbuch stellte sich zunächst einmal für uns heraus, dass wir von einem wohltätigen Verein mit dem Namen „Unsere Welt, eine Welt e.V.“ bewirtet wurden. So beschlossen wir kurze Zeit später zu zwei der Damen hinüberzugehen und um ein Interview zu bitten, welches uns natürlich freudestrahlend zugebilligt wurde.

So hervorragend wie die Damen mäuschenhaft aus dem Hintergrund den Laden schmissen, so lange gab es den Verein auch schon und zwar fast 19 Jahre lang. Nächstes Jahr feiert der im Jahr 1997 gegründete Verein 20-Jähriges bestehen.

Angefangen hat die Initiative als ein Zusammenschluss aus „Zuwanderern“ fünf verschiedener Nationen für anfänglich Aussiedler aus Russland unter der Zielsetzung der Integration. Das Ziel der Integration ist seitdem geblieben, lediglich die Umstände und die Menschen/Klienten haben sich geändert. Nun kümmern sich die Frauen auch liebevoll und mit vollem Einsatz um Geflüchtete aus dem Umland.

Nun kommen in ihrem Haus am Markt von Senftenberg Menschen aus der gesamten Welt, jeden Alters und jeder Religion zusammen und kochen, lernen, spielen, basteln in einer ungezwungenen Atmosphäre. Unterstützt und gefördert wird der Verein von „Der PARITÄTISCHE Brandenburg“, der das Projekt auch schon mehrfach ausgezeichnet hat. Vielfältig ist auch das Angebot von „Unsere Welt, eine Welt e.V.“, denn es bietet eine Anlaufstelle für jedermann, denn der Verein biete Platz zum ausruhen nach der Schule, Deutschkurse für die gesamte Familie, gemeinsames basteln von Kostümen, Hüten und floristischem Bedarf. Aber auch Alltagsproblemen nimmt sich der Verein sorgenvoll an und unterstützt seine Gäste beispielsweise beim bearbeiten von Schulformularen, bei der Wohnungssuche, Abbau von Ängsten und vielem mehr. Dabei sind die beiden Hauptpunkte unter denen der Verein agiert zum einen die Hilfe zur Selbsthilfe und zum anderen die Tatsache, dass etwas nur gelingen kann, wenn man es selbst von Herzen macht. Man muss begeistern und selbst begeistert sein…

Autor JanJanVeröffentlicht am Kategorien 2016,Tag6