Geflüchtete zeigen uns die Stadt – Rundgang durch die Stadt Cottbus

Am Mittwochvormittag besuchte das B-Team die Stadt Cottbus. Stefanie Kaygusuz-Schurmann (Leiterin Koordinierungsstelle Asyl Cottbus), Andrea Müller (Koordinierung der Partnerschaft für Demokratie), Juliane Meyer sowie Julia Kaiser (Freiwilligen Agentur) organisierten zusammen mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten einen Stadtrundgang und verschiedene (Kennenlern-)Spiele für uns. Als erste Station besuchten wir zusammen das Rathaus von Cottbus.

Dort begrüßte uns Herr Berndt Weiße, der Dezernent für Jugend, Kultur und Soziales der Stadt, ganz herzlich und fasste die Situation der Geflüchteten in Cottbus zusammen. In der Stadt gibt es insgesamt 44 unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Gemeinschaftsunterkünfte gibt es nicht, stattdessen werden alle in Wohnungen untergebracht. So teilen sich beispielsweise Valid und Karimi zusammen eine Wohnung. Ob gemeinsam kochen oder gemeinsam einkaufen –  die beiden managen den ganzen Haushalt alleine. Beim einkaufen kommen sie unter anderem mit vielen Cottbusern in Kontakt. Hervorragend um vorhandene Deutschkenntnisse weiter auszubauen.

Im Anschluss an das Gespräch im Rathaus führten die Geflüchteten das B-Team zu ihren Lieblingsorten der Stadt. So auch zu unserem zweiten Halt, dem Spremberger Tor. Dort angekommen genossen wir die wunderschöne Aussicht von dem 28 Meter hohem Turm, der zugleich auch Wahrzeichen der Stadt Cottbus ist. Weitere Stationen unseres Rundganges waren unter anderem das Piccolo Theater, die Stadthalle und der Puschkin Park. Im Puschkin Park treffe man immer jemanden den man kenne, erzählte uns einer der Geflüchteten. Viele kommen auch in den Park, wenn sie traurig sind. Die Natur sei beruhigend. Generell halten sich die jungen Leute sehr gerne im Freien auf; möglichst immer im Kontakt mit vielen anderen Menschen. Schließlich wollen sie ja auch so schnell wie möglich Deutsch lernen. Wissbegierig sind sie alle. Der Großteil von ihnen hat hier in Deutschland schwimmen gelernt. Auch andere alte und neue Sportarten werden gerne ausprobiert. Ob Volleyball, Fußball, Fahrrad fahren oder die Gegend durch Joggen erkunden, Sport ist eine wichtige Freizeitbeschäftigung der jungen Neu-Brandenburger.

An jeder Station unseres Rundgangs gab es auch eine kleine Aufgabe, die in der Gruppe bewältigt werden musste. So bekamen wir neben mehreren Kennenlernspiele auch die Aufgabe, sieben verschiedensprachige Sätze zu übersetzen. Kein Problem für unsere interkulturelle Gruppe! Sowohl Arabisch, Dari, Türkisch, Rumänisch, als auch Russisch, Englisch und Sorbisch stellten für uns keine allzu große Herausforderung dar, schließlich gab es mindestens eine Person in der Gruppe, die eine der Sprachen zumindest in den Grundzügen oder sogar bis zur Perfektion beherrschte. Auf unserer Tour wurden wir auch schon mehrmals darauf angesprochen, dass Sprachkenntnisse doch besser anerkannt, gewürdigt und geschätzt werden sollten. Sprachkenntnisse seien oftmals kein zusätzlicher Einstellungsgrund, beispielsweise in der öffentlichen Verwaltung. Man wisse dort nicht die Vorteile zusätzlicher Sprachkenntnisse zu nutzen und anzuwenden, obwohl sie oftmals eine sehr große Bereicherung für alle darstellen könnten. Das könne man ändern!

Am Ende unseres Stadtrundgangs besuchten wir schließlich das Familienhaus Cottbus, wo wir gemeinsam zu Mittag aßen. Dort gab leckere afghanische und syrische Spezialitäten. Ein großer Dank unsererseits an das afghanische und syrische Kochteam für diese kulinarischen Köstlichkeiten. Den jungen Menschen brachten wir ein deutsches Lied bei, dass wir gemeinsam etwas abänderten, um unseren 1000 Followern auf Facebook für deren Support zu danken. Das Video ist auf unserer facebook-Seite abrufbar. Reinschauen lohnt sich!