Gegen das Vergessen – Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Ausstellungsvitrine in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Heute hatten wir in Wittstock/Dosse einen Termin, der uns sehr über die historische Verantwortung nachdenklich machte. Wir besuchten die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald.

Die Leiterin der Stätte Carmen Lange führte uns durch die Ausstellung. Diese zeigt, wie die SS Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen in einem Todesmarsch von der näher kommenden Front distanzieren wollte. Hier im Belower Wald und auf der Strecke kamen kurz vor ihrer Befreiung noch tausende Gefangene ums Leben. Wir sind bestürzt, dass die Gedenkstätte bereits zwei Mal Ziel von neonazistischen Angriffen wurde.

Aus diesem aktuellen Anlass unterhielten wir uns mit den Mitgliedern des Landtags Ina Muhß und Dr. Jan Redmann sowie Vertreterinnen und Vertrern des Toleranzbündnisses aus Wittstock/Dosse über Widerstand gegen Rechtsextremismus.

Gegründet hat sich das Bündnis kurz nach der Jahrhundertwende. Ausschlaggebend war der rassistisch motivierte Übergriff auf einen Jugendlichen aus Wittstock/Dosse. Besonders bewegend war, dass seine Mutter ihre nahegehende Geschichte erzählen konnte. Das Bündnis, welches Wittstock bekennt Farbe heißt, arbeitet eng mit der Gedenkstätte und der Kirche zusammen und veranstaltet regelmäßig Aktionen gegen Rechts in der Stadt.

 

Leiterin der Gedenkstätte Carmen Lange (rechts) und Vertreterinnen des Toleranzbündnisses

So ließ das Bündnis beispielsweise  die Kirchenglocken bei Nazi-Kundgebungen so lange läuten bis es aufgrund der Geräuschkulisse den Rechtsextremen nicht mehr möglich war, sich zu verständigen. Regelmäßig finden Stadtsäuberungen statt, im Rahmen derer Nazi-Aufkleber entfernt werden. Eine auch über Stadtgrenzen praktizierte Idee ist der Spendenmarsch, bei welchem man den rechten Fackelmarsch nicht blockiert sondern laufen lässt und Sponsoren für jeden Meter Marsch eine Summe an ProAsyl spenden.