Tag 11 – Nauen, Falkensee und Rathenow

Selbst sechs Wecker halfen nicht dabei Teile der B-Team-Tour-Bande aus dem Schlaf zu reißen. Statt der geplanten Abfahrtszeit um 07.00 Uhr standen vier von sieben Teammitgliedern versehentlich erst um 07.00 Uhr auf. Wie sich herausstellte verschliefen die vier einfach alle Wecker und der Rest hatte ebenfalls vergessen sie zu wecken. Die daraufhin folgende Hektik lässt sich mit Worten nur schwer beschreiben. Um das Chaos nachvollziehen zu können müsste man sie schon erlebt haben.

Mit quietschenden Reifen fuhren wir auf die Minute pünktlich auf die Piazza des Leonardo-Da-Vinci Campus in Nauen. Dort wurden wir so gleich in die Bibliothek geleitet, wo unser Workshop stattfinden sollte. Wie immer teilten wir unser Team auf. Während die eine Hälfte den Workshop leitete, kümmerte sich die andere um den Schulhofstand. Der Workshop war wie immer sehr interessant. Besonders spannend waren heute die vielen unterschiedlichen Schüler mit ihren unterschiedlichen Meinungen zum Thema Hass. So war die feste Meinung von einem der Schüler, dass Hass nur mit Hass bekämpft werden könne. Ein anderer aus derselben Gruppe meinte, dass ihn Hass nichts anginge, während ein

anderer Schüler selbst von Hassrede im Internet betroffen war. Trotz der ziemlich verhärteten Meinungen hatten wir nach dem Workshop das Gefühl die Schüler zum Nachdenken angeregt zu haben.

Durch einen kleinen Zeitpuffer fuhren wir anschließend ganz entspannt nach Fürstenwalde. Dort angekommen wunderten wir uns über den abgeschlagenen Standort unseres Standes, weit abgeschlagen vom eigentlichen Stadtgeschehen, direkt hinter der Stadthalle und überprüften mehrmals alle verfügbaren Navigationsgeräte. Die Adresse stimmte jedoch auf jedem einzelnen Gerät überein. Also warteten wir, aufgrund eines akuten Mangels an Publikum auf unsere geladenen Gäste. Als der Bürgermeister von Falkensee Heiko Müller ankam, klärte er uns zuerst einmal darüber auf, dass wir am komplett falschen Standort waren. Das war uns unfassbar peinlich. Wir unterhielten uns lange mit unseren Gästen.

Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Rathenow zu einem Übergangswohnheim für Geflüchtete. Dort erzählten uns drei der dort lebenden Geflüchteten, auf deutsch und englisch, ein bisschen aus ihrem Leben und stellten uns ihre Meinung zu Hate-Speech und Fake-News vor. So erfuhren wir zum Beispiel von einem aus Somalia stammenden Mann etwas über die Medienlandschaft in Somalia und im Jemen. Dort heißt es zum Beispiel immer, dass deutsche Produkte qualitativ sehr hochwertig wären, die Leute dafür aber lieber unter sich blieben und etwas gegen Ausländer und farbige Menschen hätten. Er war sehr erstaunt, als er nach Deutschland kam und auf viele freundliche Leute traf.  Eine Dame aus Kenia zeigte uns nach der sehr interessanten Gesprächsrunde noch ihr Zimmer im Wohnheim. Sie war sehr gastfreundlich und schenkte jedem von uns eine Banane. Die Mitarbeiter des Wohnheims waren sehr bemüht uns einen bestmöglichen Einblick in das Leben  im Wohnheim zugeben.

Die ganze B-Team-Tour-Bande war sehr fasziniert von den Geschichten der Geflüchteten und wir wären gerne noch länger geblieben.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, fuhren wir ins Löwenberger Land zu unserer Unterkunft.