Tag 14 – Neuruppin

Ein vorletztes Mal gemeinsam und übermüdet aufstehen, ein vorletztes Mal gemeinsam frühstücken, ein vorletztes Mal verzweifelt versuchen alle Klamotten ins Auto zuquetschen, ein vorletztes Mal diskutieren: „Haben wir wirklich alles? Liegt da noch irgendwas von uns?“.

Nachdem wir uns und unsere persönlichen Sachen zurück in die Autos verfrachtet hatten, fuhren wir zum Union Filmtheater Neuruppin wo die School Media Days #WIR IM NETZ stattfanden. Dort bauten wir unseren Stand am Eingang des Kinos auf und konnten es uns anschließend in einem der Kinosälen bequem machen. Den an den School Media Days teilnehmenden Schülerinnen und Schülern wurde der Dokumentarfilm „Citizenfour“ auf Englisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Wir alle waren von dem Film gefesselt und vergassen für ca. zwei Stunden alles um uns herum. Zudem waren wir offensichtlich auch viel faszinierter als die Schüler_innen, von denen viele den Film während seiner ganzen Laufzeit kommentierten und viele Zwischenfragen stellten.

Danach fanden parallel zwei Workshops statt. Einer davon war unser Workshop „Dein Einsatz im Netz“. Für uns war der Workshop in einem Kinosaal eine komplett neue, unübersichtliche Situation. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten lief aber eigentlich alles wie immer. Ein Problem gab es aber auch noch mit der Akustik im Kinosaal. Obwohl unsere beiden Workshopleiter sehr laut und deutlich Sprachen, verstand man nur sechs Reihen weiter oben so gut wie gar nichts. Außerdem stellte die Gruppenarbeit, durch die Sitze verteilt in einer Reihe, ein kleines Problem dar. Aber auch das meisterten wir. Anschließend kam der Landrat Ralf Reinhardt zu einem Fototermin.

Anschließend machten wir gemeinsam mit dem Medienlabor eine Mittagspause und gingen gemeinsam Mittag essen.

Unsere letzte Station war der Neuruppiner Schulplatz, den wir bei schönstem Sonnenschein erreichten. Wir bauten unseren Stand vor den Autos auf und versuchten mit den Neuruppiner_innen ins Gespräch zukommen. Tatsächlich waren viele Neuruppiner sehr interessiert an unserem Stand und unterhielten sich lange mit uns über unsere Themen. Das gab uns allein ein gutes Gefühl. Das schönste Bild des Tages bot sich ebenfalls auf dem Schulplatz. Von links kam eine relativ junge Familie. Vater, Mutter und ca. sechs jährige Tochter. Einer von uns lief sofort zur Familie und drückte dem kleinen Mädchen eine Tüte Gummibärchen und einen Luftballon vom Toleranten Brandenburg in die Hand. Das Mädchen freute sich sehr, während ihr Vater schon sehr komisch guckte, aber nichts weiter sagte. Die Familie lief an unserem Stand vorbei und wir sahen die Familie von hinten: die Tochter, hüpfend mit Luftballon im Sommerkleid, die Mutter, sehr unauffällig und schließlich den Vater. Dieser hatte das Wort „Deutschland“ in alter deutscher Schrift auf seiner Jacke stehen und darunter prangte ein Reichsadler.  Das Bild war so schön anzusehen, dass wir alle gerne ein Foto davon gemacht hätten.

Nach dem Abbau erreichten wir unsere Unterkunft im Gut Gnewikow am Neuruppiner See und ließen den letzten gemeinsamen Abend entspannt ausklingen.