Kick it like Messi

Am 2. Tag besuchten wir das Training von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF) in Potsdam Babelsberg. „Welcome United 03“ wurde von SV Babelsberg 03 ins Leben gerufen, um Geflüchteten die Chance zu geben im Fußball-Wettbewerb offiziell teilzunehmen. Diese Mannschaft spielt mittlerweile schon in der 1. Kreisliga. Aus dieser Initaitive ist ein Projekt entstanden, welches unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten die Möglichkeit bieten will an einem wöchentlichen Fußballtrianing teilzunehmen. Und wir hatten heute die Möglichkeit, dieses zu besuchen. Wir lernten nicht nur die Fußballspieler kennen, sondern auch die Betreuer und Trainer. Dazu folgendes Gedächtnisprotokoll:

Caro: Wie hat sich diese Fußballmannschaft gebildet?
Trainer: Wir haben in Unterkünften Ankündigungen für ein Fußballtraining gemacht, zu dem alle, die Lust hatten, herzlich eingeladen waren. Anfangs kamen sehr viele begeisterte Fußballspieler, was jedoch mit der Zeit weniger wurde. Mittlerweile haben wir ein gut aufgestelltes Team.
Caro: Gibt es in Babelsberg eine weitere Fußballmannschaft mit Geflüchteten? Oder ist dies die Einzige?

Trainer: Nein, wir haben auch noch die Mannschaft „Welcome United 03“. Sie müssen wissen, dass sowohl die Mannschaft „Welcome United 03“ als auch das Training für die unbegleiteten minderjähren Flüchtlinge ein gemeinsames Projekt ist. Die Fußballmannschaft „Welcome United 03“ spielt jedoch schon in der 4. Liga. Erst letztens hatten wir ein Spiel gegen Energie Cottbus.

Caro: Wie wird dieses Projekt finanziert? Es sind doch sicherlich viele Ausgaben, beispielsweise die Ausstattung.

Trainer: Wir bekommen einen Teil der Mittel von der Stadt Potsdam und einen weiteren Teil erhalten wir durch das Sponsoring unserer Mannschaft „Welcome United 03“. Dadurch finanzieren wir auch die Ausstattung unserer Mannschaft der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten.

Caro: Haben einige der Jungs in ihrer Heimat bereits Erfahrungen im Fußball gesammelt?

Trainer: Ja, einige können sogar richtig gut spielen. So haben wir zum Beispiel einen Spieler dabei, der bereits in seiner Heimat Geld mit Fußball verdiente. Das führt jedoch manchmal dazu, dass einige der Spieler sehr ehrgeizig sind und dadurch gelegentlich das Temperament der jungen Spieler durchkommt. Aber das sehen wir ja auch in den Bundesligen.

Caro: Habt ihr Probleme mit rechten Anfeindungen?

Trainer: Nein. Wir haben das Glück, dass wir eine starke antirassistische Fankurve haben. Sie unterstützen uns in unserem Projekt und sind eine große Unterstützung.

Caro: Können unsere Jungs auch mal mit eurer Mannschaft eine Runde Fußball spielen?
Trainer: Klar, kein Problem!

 

Und schon ging es los. Der Anpfiff folgte und das Spiel begann. Als nach 30 Minuten der Abpfiff zur Halbzeit folgte, waren unsere Jungs ganz froh über die Verschnaufpause. Gleichzeitig mussten wir uns in der Verschnaufpause von der Mannschaft, dem Trainer und den Begleitern verabschieden. So ging ein sportlicher und ereignisreicher Tag zu Ende.