Tag 8: Schulworkshop im OSZ Cottbus und Kahnfahrt auf der Cottbusser Spree

Nach unserem gestrigen Ausflug zum Helenesee in Frankfurt (Oder) ging es für uns heute nach Cottbus. Hier besuchten wir das OSZ Cottbus und durften mit vielen interessierten Schüler*innen unseren Workshop durchführen.

Beim Eröffnungsspiel stellen wir immer die gleiche Frage: Gehst du am 1. September wählen? Zur Beantwortung der Frage teilen wir den Raum in der Mitte. Zum ersten mal stellte sich die überwiegende Teil der Klasse auf die „Nein!“-Seite. Die Mehrheit wollte nicht wählen und in Brandenburg mitentscheiden. Das ist wirklich nicht der beste Start in den Tag. Aber das ist ja nun mal unser Job, den wir heute wohl ganz gut gemacht haben.

Denn am Ende des Workshops haben wir nochmal gefragt. Ich hatte Angst, dass wir die Nichtwähler*innen nicht überzeugen konnten. Zu meiner Erleichterung stellte sich nun die große Mehrheit der Schüler*innen auf die „Ja“-Seite. Wir haben natürlich nachgehakt, warum wir sie doch noch überzeugen konnten. Die Antworten haben mir gezeigt, dass unsere Arbeit wirklich fruchtet und wir etwas bewegen können. Das schenkt Kraft für die letzten drei Workshops in der zweiten Woche unserer Tour.

Cottbus ist eine Stadt, die ich eigentlich nur aus der Presse kannte. Da gibt es „viele Nazis“ und „eine Menge Menschen, die sich dagegen stellen“. Mehr nicht?

Heute durfte ich die Stadt aus zwei unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen. Zu Wasser und durch die Augen unseres Teammitgliedes Paul.

Paul ist in Cottbus aufgewachsen und besitzt die zwei Kernkompetenzen eines guten Stadtführers: Er weiß und redet viel. Außerdem kennt er Cottbus und die Cottbusser wir kein anderer. Mein persönliches Highlight der Tour war die Besichtigung der Parkeisenbahn Cottbus, bei der Paul seit vielen Jahren selbst aktiv mitarbeitet.

Nachdem wir Cottbus nun schon an Land erkundet haben, zog es uns aufs Wasser. Mit einem Kahn fuhren wir gemütlich auf der Spree entlang und konnten das Cottbuser Spreeufer erkunden. Wir nutzten die Zeit, um uns mit Barbara Domke auszutauschen. Sie ist Direktkandidatin der Grünen in Cottbus und organisiert viele Demos und Feste gegen rechtsextreme Gruppen. Sie berichtete von ihren Erlebnissen aus dem Wahlkampf und bedankte sich für unser Engagement. Warum alle Brandenburger*innen unbedingt zur Wahl gehen müssen, hat sie uns in einem kurzen Interview erklärt, dass auf Instagram und Facebook zu finden ist.

Nun sitze ich in unserer Unterkunft und schaue auf einen spannenden Tag zurück. Wir konnten viele Schüler*innen für die Wahl gewinnen, haben spannende Menschen getroffen und ich konnte ganz nebenbei eine tolle Stadt kennenlernen.

Jetzt freue ich mich auf morgen. Auf Augenhöhe mit den Lamas.