Tag 2: Zu Land und zu Wasser

Heute Abend war der letzte Termin des Tages der Besuch des „Theaterschiffs Potsdam“ im Zuge der „Havel Tournee für ein Tolerantes Brandenburg“, ein Projekt, gefördert von der Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“ und dem „Bündnis für Brandenburg“. Gemeinsam mit den Veranstalter*innen, diversen Schaulustigen, dem Chef der Staatskanzlei Martin Gorholt, sowie Vertretern des Toleranten Brandenburgs, wurde uns zum Abschluss des Tages noch das interaktive Theaterstück „Der alte Mann und die Zeit“ dargeboten.

Dabei wurden im Ambiente der Havel und all ihrer gesammelten Zeitzeugnisse die Abschnitte der deutschen Geschichte von Neuem aus einem anderen Blickwinkel thematisiert. Es wurde zu einer geistigen Rundtour auf den Schifffahrtswegen des Berliner Umlandes geladen.

Zentral waren die Zeit der Schreckensherrschaft zwischen 1933 und 45, der Unrechtsstaat der DDR, sowie das Erstarken rechter gesellschaftlicher Züge in unsereiner Tagen, die in der Gesamtheit sehr fluid anmuteten. Diese aber bildeten zugleich auch den Rahmen der Vorführung. Visualisiert durch lediglich einen einzigen Schauspieler, der in Gestalt eines in der dritten Generation tätigen Lastenschiffers, der durch das Stück führte. So wurden, bemessen an den Erinnerungen und den eigenen Erfahrungen der Figur des Seemanns, die Zeitzeugnisse eines Menschenlebens bis heute besprochen. Die gravierenden Einschnitte bzw. eigene innere Auseinandersetzung waren die Folge. Dies geschah nicht nur unter Deck, sondern leitete alle Beteiligen auch zurück auf das Deck des alten Eisbrechers, wobei sich der Schauspieler nicht einmal von unangebrachten Zwischenrufen von der nahegelegenen Brücke irritieren ließ, sondern sie just mit in das Stück aufnahm.

Es schloss sich eine geöffnete Podiumsdiskussion mit der Initiatorin des Stücks, mit dem Chef der Staatskanzlei, Martin Gorholt, sowie dem Darsteller an. Das Augenmerk lenkten die Teilnehmenden auf die Vergangenheit und Aufarbeitung der DDR in Korrelation mit der politischen Dimension der Geschehnisse des Mauerfalls und besprachen sie es im Lichte der aktuellen politischen Lage, da diese den überwiegenden Besuchenden der Veranstaltung aus der eigenen Historie noch präsent ist. So ist beispielhaft das „Gefühl des abgehängt Seins“ oder der Kampf für Freiheit auf allen zivilgesellschaftlichen Ebenen exemplarisch für die Diskussion zu nennen. Der Ausklang des Abends wurde von dem musikalischen Duo „Mara und der Rausch“eingeläutet und entließ alle in einer gleichen harmonischen Weise, ebenso wie es begonnen hatte.